3D NUR SPIELEREI. WIRKLICH ?

Die 3D Drucktechnik ist zwar schon in den späten 80er Jahren entwickelt worden, doch der praktische Einsatz für Zuhause ist erst heute möglich. Zum einen sind die Geräte viel kleiner geworden und zum anderen auch viel günstiger. Die ersten “Home” Drucker sind dann auch in den letzten Jahren von Hobby Bastlern weltweit entwickelt und immer weiter verbessert worden. Aus diesem Grund gibt es auch viele die der neuen Technik skeptisch gegenüber eingestellt sind: “Das ist doch nur zum spielen. Ernsthaft braucht das kein Mensch!”

Ist das wirklich so, oder befinden wir uns gerade in einem großen Umbruch ? Hier ein Beispiel aus der Praxis:

Schrankschloss – Defekt

Im Wohnwagen ließ sich ein Auszugsschrank nicht mehr abschließen. Der Schrank wird mit einem einfachen Schloss gesichert, damit während der Fahrt der Schrank nicht aufgehen kann. Ohne einem funktionierenden Schloss ist also dieser Schrank nicht mehr nutzbar. Bei genauer Betrachtung ist aufgefallen, dass das Schloss wohl nicht beschädigt ist. Der Mechanismus funktioniert wie gewohnt, jedoch ist das Schließblech defekt. Das braune Bauteil ist komplett gebrochen. Reparieren wie kleben kommt nicht in Frage, weil die Klebepunkte zu klein sind. Ersatz ist bei eBay oder Amazon ist auch nicht zu finden.

Bauteil betrachten
Zunächst einmal besteht das Schließblech aus einfachem Plastik. Reparieren, wie kleben usw., wird hier nicht funktionieren. Das Material ist durchgehend 3mm stark. Alternativen wären einfache Blechwinkel die gekürzt werden müssten.

Design prüfen
Der Aufbau des Bauteils ist übersichtlich. Es befinden sich zwei Bohrungen und ein 90° Winkel an dem ca.45mm langen Bauteil.
Ein eigenes Design mit BlocksCAD ist möglich.

Design erstellen
Das Design wird mittels Messschieber (Schublehre, Schieblehre) vom Original abgenommen. Alle Maße werden in Millimeter in BlocksCAD übernommen. Das Modell besteht dann einfach aus 2 Zylinder (rechts und links) einer Grundplatte und einer stehenden Grundplatte. Alle je 3mm dick. Die Bohrlöcher sind jeweils Zylinder die oben jeweils 3mm Durchmesser zur Aufnahme der Schraubenköpfe und unten je 1mm Durchmesser für die Schraubenspitze haben. Damit versenkt sich die Schraube komplett im Material und zusätzlich kann das Material auch nicht splittern oder reißen wenn die Schraube fest angezogen wird.

Design drucken
Der Druck wird mit 100% Füllung durchgeführt, wobei jede Schicht 0.2mm stark ist.

Bauteil einbauen / testen
Das neue Bauteil passt exakt vor die vorhandenen Bohrlöcher und kann mit den alten Schrauben leicht wieder befestigt werden. Die Türe lässt sich ohne Probleme wie gewohnt mit dem Schloss wieder fest verriegeln.

Fazit
Das einfache Design dauerte gerade mal 30 Minuten. Der Ausdruck dauerte dann noch 25 Minuten mit einem Prusa I3 Drucker. Im Wohnwagen wird dieses Schließblech noch an weiteren Schränken genutzt. Zur Sicherheit liegt nun eine Kopie zum Austausch im Wagen.

Zusätzlich könnte man das Design gegenüber dem Original sogar noch verbessern, indem die Grundplatte mit der rechteckigen Aussparung wieder füllt. Diese Aussparung wird zur Materialreduzierung und damit zum Kostensparen eingebracht. Wir unterstellen hier mal keine sog. Soll-Bruch-Stelle.

Nachtrag: Der Händler meldete sich erst 4 Tage später und verlange für das Ersatzteil 5€ und 4,95€ Porto.

Die Design STL Datei wurde für andere zum Nachdruck im Internet hier veröffentlicht:

http://www.thingiverse.com/thing:1585694

RAVIOLI MAKER V1 – DAS ERSTE OBJEKT

Gerade nach dem Erwerb bzw. Kauf eines 3D Druckers kommt der Besitzer schnell in den „Druck-Rausch“. Das äußert sich darin, das alles was gedruckt werden kann auch unbedingt gedruckt werden muß. Viele dieser kleinen Dinge sind wirklich kaum zu gebrauchen, sehen aber dafür sehr nett aus. Zusätzlich kann natürlich der Besitzer auch zeigen, was die neue Technik kann.
Nach dieser Phase sucht man Einsatzmöglichkeiten die bisher kaum einer erschlossen hat. Das gestaltet sich jedoch auch nicht leicht. Man hat schnell den Eindruck, dass alles, wirklich alles schon designed wurde. Noch einen Eiffelturm oder noch einen Schädel, Fisch oder Schlüsselanhänger erstellen ?
Praktisch sollte es sein, aber gleichzeitig auch zeigen was mit 3D Technik möglich ist. Dabei sind einem natürlich auch schnell selber Grenzen gesetzt. Schließlich gilt es neben dem Einsatz des Druckers auch die diversen 3D Programm zu bedienen.
Warum also dann nicht mal einen Ravioli Maker designen, drucken und zum Einsatz bringen.

Leider nicht. Es zeigt sich schnell, dass ein Klappmechanismus umgesetzt werden muß und das die Zahnreihen gespiegelt werden müssen, damit diese später ineinander greifen. Dazu fiel auch noch auf, dass der Teig über den Rand gedrückt wird. Nach weiteren 10 Versuchen konnte sich das Ergebnis aber schon sehen lassen:

Wie man sieht lohnt sich der Einsatz. Hier noch das Objekt zum Nachdrucken.

ravioli_neg_13

Hinweis: Wenn der Maker mit PLA geduckt wird dann diesen nicht in die Spülmaschine legen. Das könnte ihn aus der Form bringen. Einfach unter lauwarmen, fließendem Wasser reinigen.

Zum Rezept

Stelle Deine eigenen und leckeren Ravioli ab jetzt einfach selber her. RavioliMaker V1 einfach runterladen und ausdrucken (25%infill). Kein weiterer Zusammenbau nötig.

Für den Teig:

  • 200g Weizenmehl
  • 2 Eier
  • Salz
  • 1 EL Olivenöl

Zutaten vermischen und gut durchkneten. 30min im Kühlschrank ruhen lassen und anschließend Teig dünn ausrollen.

Dann den RavioliMaker zum Teig ausstechen umdrehen. Den Teig einlegen, Füllung (wenig!) hinzufügen und dann einklappen. Fertig.

Die fertige Ravioli einfach in heißes Wasser (nicht kochend) 4-5m ziehen lassen.

Fertig. Buon appetito

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